Augsburger Geschlechterbuch wieder zurück in Stuttgart
Kunstminister Frankenberg und Innenminister Rech: Wichtiges Signal für Kulturland Baden-Württemberg - Ausstellung im Juli geplant
Das Augsburger Geschlechterbuch ist wieder an seinen ursprünglichen Aufbewahrungsort in der Staatsgalerie Stuttgart zurückgekehrt. Kunstminister Peter Frankenberg, Innenminister Heribert Rech und der Direktor der Staatsgalerie Stuttgart, Sean Rainbird, stellten den Band mit Zeichnungen aus dem 16. Jahrhundert heute (1. Februar) in Stuttgart Medienvertretern vor.
Frankenberg und Rech: „Mit der Rückkehr dieses wertvollen mittelalterlichen Buchs nach Baden-Württemberg nimmt eine jahrzehntelange Irrfahrt ein glückliches Ende. Wir sind froh, dass dieses einzigartige kulturelle Zeugnis wieder seinen angestammten Platz in der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie einnehmen und damit auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.“ Es sei als großes Glück zu bezeichnen, dass das Augsburger Geschlechterbuch nicht - wie lange Zeit angenommen - von den Kriegszerstörungen in Schloss Waldenburg betroffen gewesen sei.
Rainbird: „Wir wollen das Buch baldmöglichst den Besucherinnen und Besuchern der Staatsgalerie zeigen. Bereits jetzt kann ich sagen, dass es bei der Jubiläumsausstellung zum 200-jährigen Bestehen der Graphischen Sammlung unter dem Titel „…nur Papier, und doch die ganze Welt“ ab 17. Juli zu sehen sein wird.“
Kunstminister Frankenberg bezeichnete es als nicht ausgeschlossen, dass sich weitere Kulturgüter aus Schloss Waldenburg in privater Hand befänden. „Das Urteil des New Yorker Bundesgerichts vom vergangenen Jahr zeigt, dass solche Objekte zurückgegeben werden müssen. Ich bin sehr froh darüber, dass die amerikanische Regierung sehr deutlich gemacht hat, dass sie diese Position unterstützt“, so der Minister. „Dies ist auch bei der Übergabe im amerikanischen Außenministerium in Washington gesagt worden“, betonte Rech. Der Innenminister hatte das Buch in den USA für das Land in Empfang genommen.
Das Augsburger Geschlechterbuch gehörte zu Beständen der Staatsgalerie Stuttgart, die während des Zweiten Weltkrieges nach Schloss Waldenburg/Hohenlohe ausgelagert wurden und nach einem Brand zunächst als zerstört galten. Im Jahr 2004 wurde der Band bei Sotheby´s zur Versteigerung eingeliefert. Der Rechtsstreit in den USA war unausweichlich, weil Versuche einer gütlichen Einigung keinen Erfolg hatten.
Das Augsburger Geschlechterbuch entstand Mitte des 16. Jahrhunderts in der damaligen Reichsstadt Augsburg. Es zeigt Wappenschilde, gehalten von verschiedenen fantasievoll dargestellten Figuren. Sein Zweck war es, den Rang und Status wappenführender Familien prunkvoll zu repräsentieren.
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